#TRNSIT recording blog

Superthousand sessions - #trnsit - MELLOTRON

Am 14.07.2018 von Lars:

Wie zum Henker konnten King Crimson oder Genesis so etwas live auf Bühnen spielen? Diese Frage begleitet mich den ganzen Tag über.

…es hat die Seriennummer 1234, wie geil ist das denn? Und wir haben es hier bei uns gehabt: Ein echtes MELLOTRON; und zwar das von Fabio Nettekoven.

Also Fabio: Herzliche Willkommen in der #TRNSIT Family!

 

Einen Tag lang haben wir gestimmt, justiert, geschraubt, getweakt, gelacht, vor Lachen geweint und… äh ja, aufgenommen haben wir auch zwischendurch.

Der erste Juli, Sonntag, 10:30Uhr:

Da steht es. Wir haben extra Platz gemacht und stellen es genau in die Mitte. Fabio zeigt uns alles. Ehrfürchtig stehen wir da und lernen und staunen. Fabio sieht aus wie ein Imker, als er den Bandrahmen aus dem Instrument zieht; einfach nur abgefahren.

 

Damals hatten sie Angst, dass die Höllenmaschine die Weltherrschaft übernimmt und klassische Musiker obsolet macht. Aber wie mit so vielen Instrumenten aus den 60er und 70er Jahren sollte es auch für das Mellotron anders kommen. Es überzeugte nämlich nicht durch Perfektion, sondern durch seine charakteristischen Schwächen.

 

Und die lernen wir auch direkt kennen: Die Hälfte aller Töne funktioniert nicht. Eine ungefähr zweistündige Einstell- und Justage Session lässt erste Zweifel aufkommen. „Und damit soll ich aufnehmen?“, denke ich heimlich. Aber nachdem wir einen Metallbügel am Tastenrahmen letztendlich einfach abschrauben, funktioniert es tadellos und ich wage mich an die ersten Takes.

 

Auf einem Mellotron kann man einen Ton genau acht Sekunden lang spielen. Dann muss man die Taste für einen Moment loslassen, um das Tonband zurück… äh… schnippen zu lassen, dann gibt’s weitere acht. Spielt man also Flächen, bei denen sich die aufeinanderfolgenden Harmonien einen oder mehr Töne teilen, wird es haarig.

Man könnte auch sagen: Je weniger die Akkorde zusammen passen, desto einfacher. Vielleicht ist das Mellotron genau deshalb bei Progbands so beliebt? J

 

Ich übe fleißig. Nach einer Weile bekomme ich es ganz ok hin und nehme tapfer Song für Song auf. Der Weg ist steinig - manchmal bleibt ein Band hängen und man muss an Schrauben drehen oder ich berühre versehentlich den Tune Regler und ich muss nachstimmen - aber egal, der Sound ist die Strapaze sowas von wert. Ob Chor, Flöte oder Streicher. Es passt einfach perfekt in die Musik. 

Am Abend sind wir geschafft und zufrieden und immernoch geflasht. Wir werden uns noch lange an diese Session erinnern und umso mehr freuen wir uns auf die fertige Platte. 

 

Nochmals vielen Dank an Ingo Winkelströter für die genialen Fotos!!! 

 

...bald geht es weiter mit Gitarren und Bass. Stay tuned! Wir sehen uns... \m/ 


Superthousand sessions - #trnsit - a little melody

Am 26.06.2018 von Markus:

Gestern ist es passiert...schon wieder...wie beim letzten Album entstehen völlig ohne Vorwarnung die schönsten kleinen Melodien, kaum dass Lars und ich mal gemeinsam vor irgendeinem Tastengerät sitzen. Ich bin noch völlig geflasht von dieser Session und kann es kaum erwarten, weiter an den vielen Details der Platte zu arbeiten. Zumal wir auch ein wenig überwältigt sind von eurem Interesse, das sich bei Instagram und Facebook spürbar niederschlägt. Darum Danke an euch, dass ihr bei uns seid! 


Superthousand sessions - #trnsit - 5 chords through the night

Am 21.06.2018 von Dominik:

„Da sind wir schnell mit durch“, hab ich mir so gedacht. Markus hat quasi im 1:1-Tempo das neue Album eingetrommelt, Lars hat schnell ´nen Bass und sogar schon ein paar feine Keys drüber gebastelt (siehe Blogeinträge), der Opener von #trnsit dauert nicht mal 2 Minuten – also schnell die Gitarre um den Hals, ein paar Akkorde spielen und dann den Gesang on Top, dann haben wir die erste Nummer quasi im Kasten und du bist vor Mitternacht im Bett... nicht. 

 

 

Ich hänge mir seit über 30 Jahren Instrumente um den Hals, zupfe, streiche und schrammel über Saiten. Hätte mir jemand gesagt, dass ich mehrere Stunden brauchen würde um fünf aufeinanderfolgende Töne zufriedenstellend aneinanderreihen, ich hätte siegesgewiss gelacht – bis heute Nacht. 

 

Zu meiner Ehrenrettung: wir haben verschiedene Bodentreter und Amp-Kombinationen mit unterschiedlicher Mikrofonierung ausprobiert um den feinsten, diesen gewissen Sound zu erzeugen der uns vorschwebte. Das kostet Zeit, aber die ist am Ende gut investiert, denn – ich zitiere Lars - „Das sind die ersten Töne einer Gitarre auf dem neuen Album, sie sind extrem wichtig!“. Und weil sie so wichtig sind, habe ich sie immer und immer wieder gespielt und dabei festgestellt, dass es verdammt kniffelig sein kann, fünf Töne mit gleicher Dynamik und im richtigen Moment anzuspielen. Wenn sie alleine im Raum stehen hört man einfach den kleinsten Unterschied. 


superthousand sessions - #trnsit - midnight strings

Am 16.06.2018 von Lars:

00.00Uhr ist es heute im blauen Salon und niemand außer mir ist hier.
Für Keys brauche ich Ruhe und Einsamkeit...

...und mindestens 200 Takes. :-)

Zunächst ein wichtiges Update:
Der Typ da neben mir im Bild ist der Klaus. Er ist ein Nerd; so wie ich. Nur schlimmer. 

 

Klaus ist ab jetzt Teil der #TRNSIT Familie.

 

Aus Klausens unglaublicher Sammlung, welche die teils schrulligsten Dinge beinhaltet, überlässt er uns eine String Machine und ein DX-7.

 

Das LE Logan String-Orchestra ist für mich die beste String Machine von allen. Man zieht ein paar Regler hoch und mit dem ersten gespielten Ton ist es um einen geschehen: Es raspelt und schwelgt. Alles, was man spontan auf ihm spielt, klingt direkt gut. 

 

Und ganz ehrlich jetzt: 

Regler, die "Slalom" oder "Hawaii" heißen, können einfach nur gutes verheißen. 

 

... so klingt's übrigens: (Video folgt) ...

Für die Aufnahmen von #TRNSIT hab ich Bock auf schräge Mischungen, daher gehört auch ein DX-7 mit dazu...

 

Aber eins nach dem anderen. Ich freu' mich auf die vielen Sessions, die noch kommen werden und vor allem auf die besten Bandkollegen und die immer größer werdende #TRNSIT Familie:

 

Olli Nohl

Ingo Winkelströter

Klaus Bidner

...und weitere werden folgen! 


stay tuned

 

der Lars


superthousand sessions - #trnsit - drums

Am 13.06.2018 von Markus:

Einige Tage ist es jetzt her, dass ich für die Aufnahmen an der neuen Platte von Superthousand zwei Tage im Studio war. Wobei, Studio ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Wir waren in einem Saal, den wir zum Studio umfunktioniert haben. Aber fangen wir vorne an.

 

Vor mittlerweile dreieinhalb Jahren hatte ich für Voyage die Drums eingespielt, teils schon auf Klick, aber vor allem alles zusammen mit den Jungs. Live in unserem blauen Salon, was damals gut fürs Feeling war und die seinerzeit sinnvollste Maßnahme, verfügten wir doch nicht über ein Budget, um uns in ein Studio einzumieten. Das Ergebnis ist bekannt und ich bin auch heute noch sehr zufrieden damit. 

 

Trotzdem haben wir für die neue Platte einen anderen Weg gewählt. Da wir mittlerweile sehr viele Samples und auch Loops einsetzen (vor allem bei der Gitarre), spielen wir auch live alle Songs auf Klick. Daher lag es nahe, auch bei den Aufnahmen die Sicherheit eines Metronoms mitzunehmen, das Feeling, so beschlossen wir, bliebe bei einer guten Pre-Production erhalten. Darum haben sich die letzten Wochen im Proberaum vor allem darum gedreht, den neuen Songs eine reife Struktur zu geben und auf zehn Kanälen mit guten Mikros und Preamps eine Aufnahme mit Druck und Emotion zu erzeugen. Das hat definitiv geklappt, denn das Einspielen der Drums zu den übrigen Spuren hat unglaublichen Spaß gemacht und teils sind noch während des Takes Details entstanden, die so gar nicht vorgesehen waren und alle Songs schieben schon jetzt ungemein.

 

So viel zum Timing, der Sound war jedoch eine ganz andere Frage. Wie unfassbar dankbar bin ich meinem lieben Freund Lars, dass er einfach nie zufrieden ist. Der blaue Salon ist für Schlagzeugaufnahmen mit einer gewissen Tiefe schlichtweg ungeeignet. Es fehlt der Raum, die Größe, die Luft. Diese Dinge lassen sich sicherlich mit guten Plugins simulieren, aber wer wären wir, wenn wir das nicht auch analog hinbekämen. Davon war irgendwann auch ich überzeugt, vor allem, weil mein 16er Floortom im Proberaum einfach nicht klingen wollte. Nach einigem Überlegen haben wir daher kurzerhand den Krawinkelsaal in Bergneustadt gebucht, um dort eine Testsession abzuhalten. Toningenieur für die Drumsession sollte Olli Nohl von der Tonmeisterei werden und so saß ich im November 2017 auf einmal mit einem Drumset mitten in Bergneustadt und habe mit Olli diverse Mikros und unterschiedlichste Positionen an den jeweiligen Schallquellen ausprobiert. Das Ergebnis war umwerfend. Es ist erstaunlich, was ein gutes Ohr, technisches Verständnis und ein gestimmtes Drumset in einem tollen Raum ausmachen können. Die finale Drumsession wurde für Ende Mai 2018 terminiert und der Saal für zwei Tage gebucht. 

 

 

Um später beim Mischen möglichst vielseitig arbeiten zu können, lautete das Credo, die Drums nur durch Stimmung, Mikroposition und Raum schon so fett aufzunehmen, dass die Signale keine Wünsche offen ließen... Tja, da stand ich dann mit meinem Zeug und Olli wirkte etwas unsicher, ob ein Kirchhoff Acrylset wohl die richtige Wahl sei - und darum vielleicht ganz kurz zu meinem Setup:

Ich spiele ein Kirchhoff Acrylset in den Größen 22x20, 8x7, 10x8, 16x16, dazu eine Mapex Black Panther Cherrybomb in 13x6,5 und eine Mapex Black Panther Birdseye Maple in 14x5,5. Meine Crashes sind aus der Masterworks Troy Serie (16 & 18), ich spiele Paiste 900 und 2000 Hihats (14), Paiste Signature Line Splashes in 6,8 und 10, außerdem ein Paiste 2002 China (14) und ein Paiste 2000 China (18).

 

Fairerweise muss ich dazu sagen, dass wir den Testlauf mit meinem Tama Birke Bubinga gemacht hatten und das war schon wirklich sahnig. Leider hat das weder 8er noch 10er Tom und darum war das Kirchhoff dran. Ich habe die Toms alle mit schwarz aufgerauten Evans Onyx bezogen, die den krassen Attack der Trommeln deutlich gedämpft haben und dafür aber bei unglaublich guter Stimmfähigkeit viel Volumen und Wärme erzeugt haben. Geil, wenn ich das mal so ganz unverblümt sagen darf.

 

Die Bassdrum war mit einem Evans Emad clear bezogen, das Frontfell mit einem glatten Remofell (Luftloch an der üblichen Stelle). Die 13er Snare Schlagfellseitig mit einem Ambassador und einem Hazy auf der Resoseite. Die Stimmung der 13er ist recht hoch, erstaunlicherweise aber auch mit viel Körper und tatsächlich hatte sie sich vorab gegen eine 14er Stahlsnare von Tama durchgesetzt. Die 14er Mapex war ultratief gestimmt und mit einem 40seitigen Spiralteppich noch etwas aufgemotzt, um richtig zu patschen, was wir eben in einem Song sehr gerne so haben wollten.

 

Schwer überrascht hat die Bassdrum, weil diese durch die klaren Felle ziemlich viel Attack hatte (was auch gewollt war), bei anderen Passagen aber wunderbar subbass-lastige, weiche Töne von sich geben konnte, je nach Härte des Anschlages (Remo Falam Slam und die weiche Seite der Pearl Quadbeater). Ein Traum. Auch die Toms haben ganz klar das getan, was ich mir gewünscht habe: viel Attack bei gleichzeitiger Wärme für einige schnelle Rolls und tolle Tiefen beim Floortom. Dass ich meine Becken und auch die 13er Snare sowieso über alles liebe, brauche ich auch hier gar nicht mehr aufführen. Alles ohrausgewählt und genau nach meinem Geschmack zusammengesucht und gesammelt.

 

Ach so, die Beckenständer sind alle Pearl, die Fußmaschine ist eine Eliminator, die Hihatmaschine von Yamaha (zwei Beine, voll praktisch), Snarestand und Hocker Tama. Und ich spiele Drumcraft 5a Sticks und den Vic Firth Drumkopfhörer. Und mit keiner der genannten Firmen habe ich einen Endorsement Deal. Falls doch jemand mag - bitte das Kontaktformular nutzen :) 

 

 

Aber kommen wir zur eigentlichen Drumsession. Olli war schnell vom Sound des Kirchhoff Sets überzeugt und gemeinsam haben wir ungefähr 100 Mikros an das Set gehängt. Als Overheads gab es eine ORTF Mikrofonierung aus zwei Neumann Kleinmembranen, zwei AKG C414 als Overhead R und L, ein SM7B an der Hihat (großartig), ein Sennheiser MD441 an der Snare oben und drunter ebenfalls ein AKG C414. Die Toms wurden mit Sennheiser MD421 abgenommen und die Bassdrum mit einer Grenzfläche, einem Beta 52 und einem riesigen Großmembranmikrofon, dessen Wert mir noch bekannt, dessen Name mir aber entfallen ist. Dazu haben wir im Abstand von 2 und 5 Metern noch Raummikros (AKG C414) aufgestellt und einmal vor und einmal hinter den Drums noch je ein relativ "billiges" Grundig Retromikro. Das ganze lief dann durch diverse RME Preamps in Logic auf und wurde dort festgehalten.

 

Die ersten Aufnahmen konnten wir gegen 15:30 Uhr am ersten Tag machen, hatte doch die Einrichtung und das Pegeln einiges an Zeit in Anspruch genommen. Nicht zu vergessen sei hier auch die Currywurst und der leckere Kaffee, den es zwischendurch gab. Am zweiten Tag bekamen Olli und ich Besuch von Lars und Dominik und mit Ingo Winkelströter war ein toller Fotograf am Start, dem wir viele der wundervollen Fotos verdanken, und der uns auch bei den anderen Sessions begleiten wird. Eingespielt wurde ab etwa 10 Uhr auf meinen persönlichen Wunsch hin. Morgens bin ich bei solchen Jobs immer fitter, kreativer und weniger bis gar nicht nervös. Da soundtechnisch alles einwandfrei lief, waren auch die langen Nummern der Platte mit nur 1-2 Takes eingespielt und gegen 14 Uhr ging es ans einpacken. Es ist schon merkwürdig, dass man sich wochen- und monatelang auf sowas vorbereitet und dann ist alles mit einer knappen Stunde reiner Schlagzeugzeit abgefrühstückt. Aber so war es ja auch geplant und derzeit steht das Set eingemottet im blauen Salon und wartet auf den Herbst und die dann anstehenden Gigs, hoffentlich schon mit der Platte im Gepäck.

 

 

Für das weitere Vorgehen haben wir mittlerweile aus den zahlreichen Spuren die ORTF Mikros, Snare und Bassdrum isoliert und Lars hat auf einem Song probehalber schon Bässe abgeliefert, dazu gesellt sich dann kommende Woche schon eine Gitarre und so wird das Ganze weiter wachsen. Aber das gehört nicht mehr in die Drumsession.

 

Darum erstmal Danke für eure Aufmerksamkeit, Danke an meine Band, an den Olli von der Tonmeisterei und an den Ingo für die vielen Fotos. Wenn ihr letztere sehen möchtet, schaut mal bei uns auf Facebook vorbei, da gibt es ein ganzes Album zur Drumsession, außerdem findet ihr auf Vimeo und YouTube einen kleinen Videoclip. Für sonstige News lohnt sich unser Instagramaccount, dort teilen wir die eher kurzfristigen Infos mit der Welt. Ansonsten wäre noch zu erwähnen, dass es hier im Shop möglich ist, unsere Arbeit durch eine Pre-Order zu unterstützen. Schaut doch mal rein. 

 

Liebe Grüße

Markus aka bandpapa